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Grußwort zu den Pilgerreisen 2021

Sehr geehrte Damen und Herren!

Willibald, der erste Bischof unserer Diözese, war ein weit gereister Mann. Bevor er sich in der Region Eichstätt niederließ und ein Kloster als Missionsstützpunkt errichtete, streifte er jahrelang als Pilger durch die Welt. Mehrmals zog er durch das Heilige Land. Im hohen Alter diktierte er einer Nonne, welche Heiligen Stätten er aufgesucht und welche Abenteuer er unterwegs erlebt hatte. Ein Ereignis daraus: Nach dem Besuch von Bethlehem, der Geburtsstadt Jesu, ließ er sich den Ort zeigen, an dem Herodes die unschuldigen Kinder ermordet haben soll. Er zog an vielen Kirchen vorbei weiter bis nach Gaza. Auf dem Rückweg nach Jerusalem besuchte die Pilgergruppe im Ort Bethamar einen Gottesdienst in der Kirche St Matthias. Willibald, völlig erschöpft von den Strapazen der Reise, stammelte plötzlich während der Messe: „Ich kann nichts mehr sehen! Ich bin blind!“. Mithilfe seiner Gefährten kann sich Willibald mühsam nach Jerusalem schleppen. Zwei Monate später beim Betreten der Kirche, in der das Kreuz Christi gefunden und zur Verehrung ausgestellt wurde, stieß er bei dessen Anblick einen Jubelschrei aus: „Ich habe mein Augenlicht zurück!“ „Ich danke Dir,  mein Heiland und Erlöser!“

Wie ein dunkler Schatten hat sich die Corona Pandemie über den Globus gelegt und das Reisen stark eingeschränkt oder unmöglich gemacht. Gerade Israel ist besonders von diesem Virus heimgesucht. Alle Pilgerfahrten ins Heilige Land mussten abgesagt werden. Wie gerne wären wir auf den Spuren des Heiligen Willibald unterwegs gewesen! 

„Das Virus macht keinen Urlaub“, hat ein Politiker gesagt. Trotzdem gehen wir zuversichtlich in die Zukunft. Ein Impfstoff könnte die Wende bringen. Dann werden die Heiligen Stätten wieder frei zugänglich sein. Und der Pilger muss auf dem Jakobsweg nicht mehr mit Maske gehen. Die Heilige Corona ist Patronin gegen Seuchen. Ein schräger Zufall? Vieles von ihrer Existenz bleibt im Dunkeln, genauso wie beim tückischen Erreger.

Ein Gebet könnte uns in dieser Krise aufrichten:

„Du bist der Arzt, wenn ich eine Wunde heilen will.
Du bist die Quelle, wenn ich vom Fieber ausgebrannt bin.
Du bist die Kraft, wenn ich Hilfe brauche.
Du bist das Leben, wenn ich den Tod fürchte.
Du bist der Weg, wenn ich den Himmel ersehne.
Du bist das Licht, wenn ich in der Finsternis bin.“
( Ambrosius )

Worte, die mich auf dem Pilgerweg des Lebens begleiten.
Worte, die mich das Himmlische Jerusalem nicht aus dem Blick verlieren lassen.

Ihr
Reinhard Kürzinger
Domkapitular

Reiseveranstalter

Reiseveranstalter für alle Reisen, die die Diözesan-Pilgerstelle Eichstätt anbietet, ist - wenn nichts anderes angegeben - das Bayerische Pilgerbüro.